Tanja Gönner bei Stollenanschlagsfeier in Bühl: Stollen leistet wichtigen Beitrag für weitere Verbesserung des Hochwasserschutzes
12.03.2010Im Beisein von Umweltministerin Tanja Gönner findet heute (12. März 2010) in Bühl (Landkreis Rastatt) der feierliche Anschlag eines neuen Stollens statt. Der in einem Querschnitt von etwa 16 Quadratmetern rund ein Kilometer lange Stollen soll künftig bei drohendem Hochwasser als Flutkanal dienen und die Wassermassen in das Hochwasserrückhaltebecken Neumatten leiten. "Das ist ein für die hier lebenden Menschen und die Stadt sehr wichtiges Projekt. Mit dem Stollenanschlag wird der Grundstein für eine weitere Verbesserung des Hochwasserschutzes gelegt", erklärte Umweltministerin Gönner. Die bei einem Pegelanstieg der Bühlot drohenden Hochwassergefahren für die Kernstadt würden über den neuen Flutkanal und das Rückhaltebecken deutlich vermindert. Die
insgesamt rund 16 Millionen Euro teure Hochwasserschutzmaßnahme wird vom Land mit 11,2 Millionen Euro gefördert. "Das ist gut angelegtes Geld, wenn damit drohende Gefahren und Schäden im Hochwasserfall vermindert werden können", so Gönner.
Im Einzugsbereich der Bühlot sind in der Vergangenheit immer wieder Hochwasserereignisse aufgetreten, die in der Bühler Innenstadt und dem Stadtteil Vimbuch zu teilweise katastrophalen Überschwemmungen mit sehr hohen Schäden geführt hatten. Allein die Schäden aus den beiden Katastrophenhochwassern vom Mai 1978 und Oktober 1998 werden auf insgesamt etwa 23 Millionen Euro geschätzt. Ein absoluter Hochwasserschutz sei aber trotz aller technischen Vorkehrungen nicht zu garantieren. Zusätzlich zu den technischen Maßnahmen sei deshalb weitere Vorsorge wie beispielsweise die Erstellung eines Alarm- und Einsatzplanes für potenziell vom Hochwasser Betroffene notwendig, so Gönner. "Hochwasserinformationen müssen umfassend und schnell vor Ort zur Verfügung stehen. Mit dem derzeit in Arbeit befindlichen Hochwasser-Informationssystem FLIWAS, das landesweit eingeführt werden soll, wird ein schnelles Handeln vor Ort möglich." Außerdem seien die mittlerweile 19 Hochwasserpartnerschaften für das Miteinander unverzichtbar. "Der Zusammenschluss von Städten und Gemeinden mit den Fachverwaltungen zum Erfahrungsaustausch hat sich bestens bewährt", so die Ministerin. Damit werde das Wissen und das Risikobewusstsein vor Ort gestärkt, um die Hochwasserereignisse besser bewältigen zu können. Umweltministerin Gönner lobte den Zweckverband Hochwasserschutz Raum Baden-Baden/Bühl als Paradebeispiel für eine Solidargemeinschaft und gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. "Der enge Austausch und die Kooperation sind eine wesentliche Voraussetzung, um den Hochwasserschutz über Gemeindegrenzen hinaus voranzubringen." Bei der Gründung des Zweckverbandes habe man schon erkannt, dass Oberlieger - als Verursacher - und Unterliegen - als Betroffene - zusammenarbeiten müssten, um eine Verbesserung des Hochwasserschutzes zu erreichen. Für die bisherigen Hochwasserschutzmaßnahmen im Verbandsgebiet sind vom Land schon rund 29 Millionen Euro bei Investitionskosten von insgesamt rund 44,7 Millionen Euro geflossen, so Gönner.